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Dieser Artikel ist zur Veröffentlichung in der Ausgabe 4 - Juli / August 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft vorgesehen.
BGL zum Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans
Stadtgrün schützt Leben
03.07.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten
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Extreme Hitze mit Temperaturen von dauerhaft über 30 Grad kostet tausende Menschenleben in Deutschland. Infolge des Klimawandels nehmen Häufigkeit und Dauer solcher Hitzeperioden zu. In diesen Tagen bezieht der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) Stellung zum Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans zur Umsetzung von Artikel 8 („Wiederherstellung städtischer Ökosysteme“) der EU-Wiederherstellungsverordnung. Die Botschaft: Stadtbäume, Parks und öffentliche Grünflächen, Dach- und Fassadenbegrünung sowie Regenwassermanagement sind Daseinsvorsorge. Damit diese grün-blaue Infrastruktur jedoch dauerhaft wirkt, muss sie verbindlich geplant, fachgerecht gepflanzt und gebaut, stetig gepflegt und verlässlich finanziert werden.
„Ohne Schatten, Verdunstung und Wasser leiden gerade die Menschen in den Städten noch stärker unter dieser Gluthitze“, sagt Thomas Banzhaf, BGL-Präsident. „Stadtgrün ist Daseinsvorsorge, keine „Deko“. Es bietet Hitzeschutz mit natürlichem Schatten und Verdunstungskühle und schützt so Leben. Genau das muss der Nationale Wiederherstellungsplan abbilden – mit klaren Qualitätskriterien, langfristiger Pflege und einer stetigen Finanzierung, die auch bei den Kommunen ankommt.“
Hitze kostet Menschenleben – Stadtgrün schützt
Was manchen immer noch wie ein kurzfristiges Wetterphänomen erscheint, ist längst eine dauerhafte Folge des Klimawandels. In Deutschland nimmt die Zahl der Tage mit Wärmebelastung stetig zu. Solche Hitzewellen kosten Menschenleben: Im heißen Sommer 2003 wurden deutschlandweit rund 10.000 zusätzliche Todesfälle infolge der Hitzewellen verzeichnet. 2018 und 2019 kam es laut Umweltbundesamt zu rund 9.000 beziehungsweise rund 7.000 hitzebedingten Todesfällen. Aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind alarmierend und lassen für 2026 erneut tausende Todesfälle in Folge von Hitze befürchten.
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Asphalt, Beton und versiegelte Plätze speichern Wärme und geben sie nachts wieder ab. Wo Bäume fehlen, Böden versiegelt sind und Regenwasser schnell in der Kanalisation verschwindet, heizen Quartiere besonders stark auf. Stadtbäume, Parks, entsiegelte Flächen, Dach- und Fassadengrün sowie wassersensible Freiräume kühlen, spenden Schatten und halten Wasser für Trockenzeiten zurück. Grün-blaue Infrastruktur mit den Elementen Pflanze und Wasser ist die Voraussetzung dafür, dass Städte auch künftig Lebensräume bleiben – für Menschen, Tiere und Pflanzen.
„Deutschland muss Städte umbauen.“
„Deutschland muss jetzt seine Städte umbauen: mit viel mehr natürlichem Schatten durch professionell gestaltete und dauerhaft gepflegte Grünflächen und Bäume, mehr Wasser, mehr Flächenentsiegelung statt neuer Versiegelung“, so Banzhaf. „Der Garten- und Landschaftsbau hat das Fachwissen und die Erfahrung. Jetzt braucht es politische Entschlossenheit und eine verlässliche, langfristige Förderung.“
Worum geht es beim Nationalen Wiederherstellungsplan?
Die EU-Wiederherstellungsverordnung verpflichtet die Mitgliedsstaaten, geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen. Artikel 8 richtet den Blick besonders auf Städte und Gemeinden. Deutschland setzt diese Vorgaben über einen Nationalen Wiederherstellungsplan um. Der BGL hat dazu öffentlich Stellung bezogen, denn für ihn ist entscheidend: Stadtgrün darf nicht nur in Quadratmetern oder Baumkronen gemessen werden. Vielmehr muss grün-blaue Infrastruktur dauerhaft funktionieren – durch gute Planung, fachgerechte Ausführung, Pflege, Wassermanagement und verlässliche Finanzierung.
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