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Dieser Artikel ist zur Veröffentlichung in der Ausgabe 4 - Juli / August 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft vorgesehen.
DWA fordert flächendeckende wasserbewusste Stadtentwicklung zur Klimaanpassung
Klimaanlage Stadtgrün: Aus Hitze wird Wärme
30.06.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten
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Nie war die Klimaanlage Stadtgrün so wichtig wie heute. Stadtgrün wirkt gegen Hitze. Messbar. Große Grünflächen wie Parks liegen im Schnitt 1 bis 3 °C unter den Temperaturen dicht bebauter Bereiche. Stadtwälder erreichen oft 2 bis 5 °C Differenz. Straßenbäume sorgen durch Schatten und Verdunstung für spürbar geringere Hitzebelastung – die gefühlte Temperatur sinkt lokal um bis zu 10 °C. Begrünte Dächer und Fassaden kühlen das direkte Umfeld und Gebäude um etwa 1 bis 3 °C. „Zahlen, die eindrucksvoll belegen, wie wichtig Grün und Blau in der Stadt schon heute sind – und zukünftig noch deutlich wichtiger werden. Wir müssen die wasserbewusste Stadtentwicklung, die Klimaanpassung unseres urbanen Umfelds, sehr schnell vorantreiben. Hitze ist ein Gesundheitsrisiko, Hitze bremst die Wirtschaft“, betont Dr. Lisa Irwin-Broß, Vorständin der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA).
Die aktuelle Hitzewelle zeigt die Belastungsgrenzen vieler Städte deutlich auf. Wo Asphalt und Beton dominieren, ist es unerträglich heiß, mit wenig Abkühlung in den Abendstunden. Großstädte wie Köln weisen abends und nachts um bis zu zehn Grad höhere Temperaturen auf als das Umland. Es fehlt Grün in der Stadt, es fehlt Wasser in der Stadt. Stadtgrün senkt die Temperaturen spürbar. Parks, Bäume und begrünte Dächer kühlen ihre Umgebung je nach Ausprägung um mehrere Grad Celsius. Die Effekte wirken lokal, aber auch im größeren Maßstab: In Quartieren mit viel Grün reduziert sich der Hitzeinseleffekt deutlich. Zwischen stark versiegelten und grünen Stadtteilen entstehen Temperaturunterschiede von bis zu 5 °C.
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Pflanzen und Wasser bringen Kühlung in die Stadt
Die Kühlleistung beruht auf drei klaren Mechanismen. Pflanzen spenden Schatten und schützen vor direkter Sonneneinstrahlung. Die Verdunstung von Wasser entzieht der Luft Wärme. Gründächer verdunsten je nach Ausführung täglich mehrere Liter Wasser pro Quadratmeter. 100 m² Gründächer haben – je nach Bewuchs – in etwa die gleiche Kühlleistung wie große Bäume. Sie leisten einen messbaren Beitrag zur Abkühlung von Gebäuden und Umgebung. Zudem speichert Vegetation deutlich weniger Wärme als Beton oder Asphalt. Wichtig für den erholsamen Schlaf in der Nacht.
Klimaangepasster Umbau braucht Tempo und Verbindlichkeit
Dieser Sommer zeigt: Hitzephasen werden intensiver und länger. Bereits jetzt im Juni wurden europaweit Hitzerekorde gebrochen. Um die Lebensqualität in unseren Städten zu erhalten, muss die wasserbewusste Stadtentwicklung konsequent und umfassend vorangetrieben werden. Dies bedeutet mehr entsiegelte Flächen und neue Grünstrukturen, ein dichteres Netz an Straßenbäumen, verpflichtende Vorgaben oder klare Anreize für Dach- und Fassadenbegrünung sowie die gezielte Verknüpfung von Regenwasserbewirtschaftung und Stadtgrün.
Der flächendeckende Umbau erfordert eine verlässliche und langfristig sichere Finanzierung. Denn die wasserbewusste Stadtentwicklung kostet Geld. Das ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite: Hitzeschutz reduziert Gesundheitskosten, stärkt die Aufenthaltsqualität, sichert die Funktionsfähigkeit urbaner Räume und verringert aufgrund des Wasserrückhalts Schäden bei Starkregen und Trockenheit. Ein weiterer wichtiger Punkt: Hitze reduziert die Wirtschaftsleistung deutlich. Nach Berechnungen des Umweltpaktes Bayern verursacht ein einzelner Hitzetag mit mehr als 30 Grad einen Wirtschaftsverlust von knapp 500 Mio. €. Hauptursache sind Produktivitätsverluste. Fachleute schätzen diese bei Temperaturen von mehr als 30 Grad auf etwa drei Prozent der Arbeitsleistung – pro zusätzlichem Grad.
Die Klimaanpassung unserer Städte kostet Geld – aber es rechnet sich. Nicht nur langfristig.
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