Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Nordrhein-Westfalens größtes Mieterstromprojekt mit Batteriespeicher ‚Ossendorfer Gartenhöfe‘ eingeweiht

22.09.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 44

Bild: Green Planet Energy

Rund 70 Gäste aus Politik, Wohnungswirtschaft und Quartier feierten am 15. September 2026 die Einweihung des Mieterstromprojekts in den Ossendorfer Gartenhöfen in Köln. Das Gemeinschaftsprojekt von Green Planet Energy und der Wohnungsgenossenschaft DIE EHRENFELDER verbindet Klimaschutz mit bezahlbarer Energie: Mieter:innen profitieren von lokal erzeugtem Solarstrom zu einem Tarif deutlich unter der örtlichen Grundversorgung.

Green Planet Energy und DIE EHRENFELDER haben am 15.9. das Mieterstromprojekt in den Ossendorfer Gartenhöfen offiziell eingeweiht. Mit 435 Wohnungen in 55 Gebäuden ist es das größte Mieterstromprojekt mit Batteriespeicher in Nordrhein-Westfalen. 42 Photovoltaikanlagen mit rund 750 Kilowattpeak Leistung und Batteriespeicher mit insgesamt 670 Kilowattstunden Kapazität versorgen das Quartier mit lokal erzeugtem Solarstrom.

Unter den rund 70 Gästen waren etwa 40 Mieter:innen sowie Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft, darunter William Wolfgramm, Beigeordneter für Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften der Stadt Köln, Judith Litzenburger aus dem NRW-Wirtschaftsministerium und Bezirksbürgermeister Volker Spelthann.

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Green Planet Energy investierte 1,28 Millionen Euro in das Projekt. Die Stadt hat im Rahmen ihres Programms „Photovoltaik – Klimafreundliches Wohnen in Köln“ Fördermittel für das Projekt bewilligt.

Mieter:innen profitieren von Energiewende

Das Besondere an dem Projekt ist nicht allein seine Größe: Es bringt die Vorteile lokaler Solarstromerzeugung auch zu den Menschen, die kein eigenes Haus und Dach besitzen. Der Mieterstromtarif in den Ossendorfer Gartenhöfen beträgt 28,90 Cent pro Kilowattstunde. Er liegt damit 18 Prozent unter dem Grundversorgungstarif. Bei einem Jährlichem Verbrauch von 2.000 Kilowattstunden spart ein Haushalt im Quartier damit rund 160 Euro im Jahr im Vergleich zum Grundversorgungstarif.

„Die Energiewende muss auch eine soziale Energiewende sein. Mieterstrom sorgt dafür, dass nicht nur Eigenheimbesitzer:innen von günstigem Solarstrom profitieren, sondern auch Mieter:innen. Die Ossendorfer Gartenhöfe zeigen, wie Klimaschutz und bezahlbare Energie zusammengehen“, sagt Nils Müller, Vorstand von Green Planet Energy.

Mieterstrom könnte Millionen Haushalte erreichen

Wie groß das Potenzial ist, zeigt die Ariadne-Analyse „Gebäude- und Mieterstrom in Deutschland“ des Instituts der deutschen Wirtschaft: Demnach könnten rund 3,1 Millionen Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 20,1 Millionen Wohnungen mit Mieterstrom versorgt werden.

Bislang wird dieses Potenzial nur zu einem kleinen Teil genutzt. Green Planet Energy fordert deshalb einfachere und bundesweit einheitliche Messkonzepte, verlässliche Förderbedingungen und Rechtssicherheit für Quartierslösungen. Die geplanten Änderungen im EEG 2027 drohen zudem, Mieterstrom massiv auszubremsen. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) könnten durch den Wegfall der Einspeisevergütung zahlreiche Projekte unwirtschaftlich werden. Statt Mieterstrom aus der Nische zu holen, schafft das EEG damit neue Hürden zulasten von Millionen Mieter:innen. Damit wird die Energiewende ausgerechnet dort gebremst, wo sie direkt bei den Menschen ankommt. Denn Mieterstrom ermöglicht auch Haushalten ohne eigenes Dach Zugang zu lokal erzeugtem Strom und günstigeren Strompreisen als in der Grundversorgung.

Bewährte Kooperation der beiden Genossenschaften

Für Green Planet Energy und Die Ehrenfelder eG ist es bereits das achte gemeinsame Mieterstromprojekt. Da die Bauarbeiten abschnittsweise geplant sind, ist die Gesamt- Inbetriebnahme aller Gebäuderiegel bis Jahresende geplant.

„Wir wollen unseren Mitgliedern nicht nur bezahlbaren Wohnraum bieten, sondern auch eine bezahlbare, klimafreundliche Energieversorgung“, sagt Sira Müller, Vorständin der Ehrenfelder eG. „Die Ossendorfer Gartenhöfe sind ein starkes Beispiel dafür, welches Potenzial in Mieterstrom steckt, gerade für große Wohnquartiere“.

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