Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung
21.07.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 38
Herausfordernde Rahmenbedingungen bei der Kita St. Georg: die bis fast zum Boden reichende Holzfassade und barrierefreie Übergänge im Bereich der Türen. (Bild: BG-Graspointner)
So wie wir Menschen unsere Füße mit gutem Schuhwerk vor Nässe und Belastungen schützen, bewahrt der Sockel ein Gebäude vor Feuchtigkeit und mechanischen Einwirkungen. Besonders bei Holzhäusern kommt diesen Anforderungen eine zentrale Bedeutung zu.
Der Sockelbereich eines Gebäudes ist besonders belastet. Von der Fassade ablaufendes Niederschlagswasser, Spritzwasser, anstehende, aufsteigende oder diffundierende Feuchte wirken auf die Bauteile ein. Diese Einwirkungen erfordern eine sorgfältige Planung und Ausführung. Neben einschlägigen Normen wie DIN 18531 und DIN 18533 sind weitere Regelwerke wie die Flachdachrichtline zu berücksichtigen. Im Fall von Holzgebäuden kommt die DIN 68800 hinzu, die das Thema Holzschutz in den Blick nimmt.
Im Bereich von Balkon- und Terrassentüren gibt es darüber hinaus spezielle Anforderungen an die Barrierefreiheit und damit an die sichere Abdichtung und Entwässerung schwellenloser Übergänge. Nicht zuletzt müssen die gestalterischen Wünsche der Bauherren mit den technischen Gegebenheiten in Einklang gebracht werden. Was die Sache nicht einfacher macht: Im Sockelbereich treffen häufig verschiedene Gewerke aufeinander, was eine gute Abstimmung zwischen den Schnittstellen erfordert.
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Ein probates und bewährtes Mittel, um Feuchtigkeit vom Gebäude fernzuhalten, sind Entwässerungsrinnen wie die BG-FLEX® base von BG-Graspointner. Sie sorgen mit ihrer durchdachten Bauweise dafür, dass Holzkonstruktionen trocken bleiben. Durch die abgesenkte wasserführende Ebene verhindert das System ein Hinterlaufen der Bauwerksabdichtung und erhöht damit die Feuchtesicherheit im sensiblen Sockelbereich. Die fassadenseitige Rinnenwand ist großzügig perforiert. Das gewährleistet eine kontinuierliche Hinterlüftung und unterstützt den schnellen Abtransport von Feuchtigkeit. Durch Öffnungen auf der fassadenabgewandten Seite wird das Niederschlagswasser abgeleitet und versickert kontrolliert. Justierbare Abstandhalter erleichtern bei Bedarf die Positionierung während des Einbaus und gewährleisten einen dauerhaften Belüftungsraum zwischen Rinne und Sockel.
Beispielhaft für den gelungenen Einsatz der Rinne steht die Kindertagesstätte St. Georg in Wiesbaden. An die Längsseite des Gebäudes in Holzständerbauweise schließt sich eine gepflasterte Terrasse als Spielbereich an. Weitere Rahmenbedingungen für die Entwässerung: die bis fast zum Boden reichende Holzfassade und der Wunsch nach barrierefreien Übergängen im Bereich der Türen. Garten- und Landschaftsbauer Alexander Held aus Wiesbaden realisierte in Zusammenarbeit mit Stefan Holzer, Area Sales Manager bei BG-Graspointner für das Rhein-Main-Gebiet, eine sichere und optisch ansprechende Lösung.
Die Vorderkante der Entwässerungsrinne BG-FLEX® base RB in der Nennweite 250 mit 300 Millimeter Bautiefe läuft über die gesamte Längsseite des Gebäudes ohne Versprung durch. In den Laibungsbereichen der Hebeschiebetüren reicht die üblicherweise 25 Zentimeter breite Abdeckung bis an die Türschwellen, so dass die Breite hier 50 Zentimeter beträgt. Die Elemente wurden passgenau bei BG-Graspointner vorgefertigt. Der fassadenseitig mit Schlitzen versehene Rinnenkörper gewährleistet die Belüftung des Sockels und schützt vor Feuchtigkeit. Anfallendes Wasser versickert durch die perforierte Rinne nach vorn bzw. unten und wird über die Drainage abgeleitet.
Josefine Giese vom Wiesbadener Planungsbüro Freiraum hat die BG-FLEX® base zum ersten Mal eingesetzt. „Da alles prima funktioniert hat, haben wir die Rinne direkt bei zwei weiteren Projekten verplant“, so die Landschaftsarchitektin.
Bei einem Einfamilienhaus in Fertigbauweise im rheinland-pfälzischen Marnheim wurde die BG-FLEX® base um alle vier Seiten des Gebäudes herumgelegt. Garten- und Landschaftsbauer Zbigniew Oleszek aus Uelversheim dachte zunächst daran, eine Rinne aus Beton-Winkelstützen herzustellen und diese mit Gittern abzudecken. Dann stieß er auf die Rinnenlösung von BG-Graspointner und stellte fest: „Das ist nicht nur technisch sauberer, es ist auch günstiger herzustellen und sieht besser aus.“ Nicht nur bei diesem Projekt kam die Forderung nach einer umlaufenden Entwässerungsrinne zum Schutz des Sockels vom Fertighaushersteller bzw. Architekten. „Wir hören zunehmend von unseren Kunden, dass diese Lösung schon aus Gewährleistungsgründen gefordert wird“, erklärt Stefan Holzer.
Auch bei einem Fertighaus im hessischen Idstein kam die Rinne zum Einsatz. Putzfassade, Rinne und Gehwegplatten bilden hier einen perfekten unteren Anschluss, der dauerhaft trocken bleibt.
Die BG-FLEX® base Produktlinie wurde jüngst um die Rinnengröße RB 200 mit 350 Millimeter Bautiefe ergänzt. Planern und Verarbeitern eröffnet das zusätzlichen Spielraum bei unterschiedlichen Bodenaufbauten und Fassadenanschlüssen. Ebenfalls neu: Auskragung und Rinnenlänge können bei Bedarf projektbezogen angepasst werden – ein wesentlicher Vorteil bei komplexen Anschlussdetails. Als Abdeckung steht neben dem bisher erhältlichen Gitterrost jetzt auch ein Design-Längsstabrost zur Verfügung. Mit einem Stababstand von nur 6 Millimetern ist er barrierefrei nutzbar und eignet sich ideal zur Integration in moderne Fassadenkonzepte. Der Design-Längsstabrost ist in verzinktem Stahl sowie in Edelstahl verfügbar.
Mit ihrer robusten Bauweise, der hohen Entwässerungsleistung und den neuen Optionen bietet die BG-FLEX® base eine zuverlässige Lösung für dauerhaft geschützte und normkonforme Sockelanschlüsse im Holzhausbau. Das System erfüllt die Vorgaben hinsichtlich barrierefreier Übergänge und ist für Holzfassaden ebenso geeignet wie für Wärmedämmverbundsysteme.