Rubrik Müll / Entsorgung / Recycling

2bdifferent unterstützt das Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart bei der Stuttgarter Kreislaufwirtschaftsstrategie

Kreislaufwirtschaft im Kulturbereich

17.02.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 239

Kreislaufwirtschaft im Kulturbereich

2bdifferent-Beraterteam v. l. n. r.: Dr. Christoph Soukop, Anne-Sophie Müller, Jürgen May (Foto: 2bdifferent)

Im Juli 2025 hat die Landeshauptstadt Stuttgart ihre Kreislaufwirtschaftsstrategie beschlossen. Nun beginnt die konkrete Umsetzungsphase – und auch der Kulturbereich übernimmt dabei Verantwortung. Im Rahmen der Nachhaltigen Kulturentwicklung hat das Kulturamt Stuttgart die 2bdifferent GmbH & Co. KG mit der Konzeption und Umsetzung eines Fachaustauschs zu Kreislaufpraktiken im Kulturbereich beauftragt.

Mit dem Projekt startet ein strukturierter, moderierter Austauschprozess, der Kulturinstitutionen, Kollektive, freie Künstlerinnen sowie weitere Akteurinnen der Stuttgarter Kulturlandschaft zusammenbringt. Ziel ist es, bestehende Kreislaufpraktiken sichtbar zu machen, weiterzuentwickeln und neue Ansätze gemeinsam zu erproben. Im Fokus stehen dabei nicht nur materielle Ressourcen wie Bühnenbilder, Ausstattungen oder Produktionsmaterialien, sondern ebenso die konzeptionelle Ebene von Kulturangeboten: Wie lassen sich künstlerische Formate, Produktionen und Ideen so gestalten, dass sie länger wirksam bleiben, weitergetragen und von anderen reaktiviert werden können?

Der Fachaustausch ist für das erste Halbjahr 2026 geplant und umfasst moderierte Arbeitsgruppen, fachliche Inputs, Erfahrungsaustausch. Er versteht sich als Experimentier- und Lernraum, der den Kulturbereich dabei unterstützt, langfristige Perspektiven, neue Kooperationen und resiliente Arbeitsweisen im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu entwickeln – auch vor dem Hintergrund knapper Ressourcen und aktueller Transformationsanforderungen.

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Marc Gegenfurtner, der Leiter des Stuttgarter Kulturamts, erklärt: „Im Zuge des Projekts übertragen wir die Kreislaufwirtschaftsstrategie auf den Kulturbereich und entwickeln gemeinsam zukunftsorientierte Arbeits- und Produktionsweisen.“ Jan Kohlmeyer, der die Abteilung Klimaschutz in Stuttgart leitet, betont die Zielsetzung des Vorhabens: „Mit dem Fachaustausch unterstützt der Kulturbereich die Umsetzung der Kreislaufwirtschaftsstrategie – innovativ, kooperativ und praxisnah.“

Mit der Umsetzung wurde 2bdifferent beauftragt. Die 2bdifferent GmbH & Co. KG gehört zu den führenden Spezialisten für Nachhaltigkeit in der Veranstaltungswirtschaft und richtet sich mit ihrem Angebot insbesondere an die Event-, Messe-, Meeting- und Filmbranche sowie an das Sportbusiness. Die Beratungsagentur mit Sitz in Speyer entwickelt und implementiert seit vielen Jahren Nachhaltigkeitsstrategien mit klaren, messbaren Zielen für Unternehmen und Institutionen dieses Marktsegments.

Zu ihren Kernkompetenzen zählt es, ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeitsaspekte in glaubhafte und wirksame Business- und Transformationsstrategien zu überführen.

Seit mehreren Jahren hat sich 2bdifferent zudem gezielt auf intelligente Kreislaufwirtschaft spezialisiert. Ein zentrales Beispiel hierfür die führende Rolle am Forschungsprojekt KRIDEM – Kreislaufwirtschaft in der Messewirtschaft, das unter der wissenschaftlichen Leitung der Hochschule Osnabrück steht und von der Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert wird. Ziel des Projekts ist es, Prinzipien der Circular Economy in der Messe- und Veranstaltungsbranche zu erforschen und praktisch zu erproben. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitlicher Nexus-Ansatz, der Material-, Energie-, Wasser- und Abfallströme systemisch betrachtet und miteinander verknüpft, um gemeinsam mit relevanten Akteuren zirkuläre Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Für das Projekt der Landeshauptstadt Stuttgart im Kulturbereich arbeitet 2bdifferent mit einem interdisziplinären Team mit ausgewiesener Circular-Economy-Kompetenz. Dazu zählen Anne-Sophie Müller, Expertin an der Schnittstelle von Kulturpraxis, Veranstaltungsarbeit und zirkulärer Materialwirtschaft, Jürgen May, zertifizierter Nachhaltigkeitsberater mit über 20 Jahren Erfahrung in der nachhaltigen Transformation von Kultur-, Messe- und Großveranstaltungen, sowie Christoph Soukup, Leiter des Steinbeis-Beratungszentrums Circular Economy mit umfassender Erfahrung in der Entwicklung zirkulärer Roadmaps für mittelständische Unternehmen und die öffentliche Hand.

Anne-Sophie Müller hebt die besondere Bedeutung des Vorhabens für den Kulturbereich hervor: „Kreislaufwirtschaft ist für Kulturinstitutionen kein Zusatzthema, sondern ein Hebel für Veränderung: Sie verbindet künstlerische Freiheit mit struktureller Verantwortung und langfristigem Denken.“

Der Zuschlag an 2bdifferent unterstreicht den Anspruch der Landeshauptstadt Stuttgart, Kreislaufwirtschaft nicht allein als technisches oder ökologisches Thema zu verstehen, sondern als kulturelle und gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe. Der Kulturbereich setzt damit ein klares Signal: Er versteht sich als aktiver Mitgestalter der städtischen Entwicklung hin zu einer ressourcenschonenden, kooperativen und zukunftsfähigen Stadtgesellschaft.

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