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Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 2 - März / April 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
MVV nimmt Phosphorrecyclinganlage offiziell in Betrieb und stärkt nachhaltige Kreislaufwirtschaft
12.02.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten
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Mit der offiziellen Inbetriebnahme seiner Phosphorrecyclinganlage auf der
Friesenheimer Insel im Mannheimer Norden geht das Energieunternehmen MVV
Energie AG einen wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Die innovative Anlage ist direkt in die bestehende Thermische Abfallbehandlungsanlage (TAB) der
Konzerntochter MVV Umwelt GmbH integriert und verbindet ökologische
Klärschlammentsorgung mit Ressourcenschonung und Klimaschutz.
Phosphor ist als Dünger unverzichtbar für Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Aber auch bei Akkus und in der Chemieindustrie wird Phosphor immer wichtiger. Während die globalen Vorkommen schwinden und der Bedarf steigt, steckt ein großer Teil dieses wertvollen Rohstoffs in Deutschland in kommunalen Klärschlämmen. Diese werden aufgrund der enthaltenen Schadstoffe inzwischen nahezu vollständig verbrannt – mit einem erheblichen Nachteil: Der enthaltene Phosphor geht verloren. BadenWürttemberg steht daher vor der Aufgabe, Phosphor effizienter in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen.
Bedeutung für Mannheim, die Region und Baden-Württemberg
Dr. Gabriël Clemens, Vorstandsvorsitzender der MVV Energie AG, betonte: „Die heutige Inbetriebnahme unserer Phosphorrecyclinganlage zeigt, wie wichtig und innovativ das Phosphorrecycling für die Kreislaufwirtschaft ist. Mein Dank gilt dem Land BadenWürttemberg und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die Förderung dieses Projekts. Um solche Anlagen wirtschaftlich betreiben zu können, brauchen wir zudem klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Deshalb ist es entscheidend, die Klärschlammverordnung zügig und rechtzeitig umzusetzen. Nur so lassen sich die notwendigen Investitionen und die technologische Entwicklung anstoßen.“
„Die neue Phosphorrecyclinganlage zeigt exemplarisch, wie wir im Zusammenspiel von städtischen Eigenbetrieben und kommunalen Unternehmen die Transformation meistern können“, sagte Christian Specht, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, und erklärte: „In einem ‚Urban Mining‘ gewinnen wir aus Abwasser zuerst klimaneutrale Energie und dann wertvollen Phosphor. Die dafür benötigte Prozesswärme erzeugen wir durch die Verbrennung von Abfällen, die Abwärme nutzen wir als Fernwärme für die klimafreundliche Beheizung von Wohnungen. Damit ist die Anlage ein weiterer zentraler Baustein für die Umwelt- und Klimaschutzstrategie der Stadt Mannheim.“
Förderung durch das Land Baden-Württemberg
Baden-Württemberg unterstützt gezielt den Aufbau einer Infrastruktur zur
Phosphorrückgewinnung. Die Anlage von MVV wurde mit rund 6,4 Millionen Euro vom Land und der Europäischen Union gefördert.
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Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im baden-württembergischen Umweltministerium, unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Abfall ist immer auch Rohstoff. Phosphorrecycling erreicht mehrere Ziele gleichzeitig: Wir können es uns nicht länger leisten, bei kritischen und lebenswichtigen Ressourcen wie Phosphor weiterhin vollständig von globalen Lieferketten abhängig und dadurch auch erpressbar zu sein. Indem wir Phosphor konsequent im Kreislauf halten, nehmen wir unsere Rohstoffversorgung selbst in die Hand. Die Anlage von MVV bringt zudem die Energiewende voran, indem sie klimaneutrale Wärme für die Region erzeugt.“
Innovative Technologie und regionale Partnerschaft
Die neue Anlage nutzt bis zu 1.000 Grad Celsius heißes Rauchgas aus den Abfallkesseln der TAB, um die Drehrohröfen zu erhitzen. In einem geschlossenen Prozess werden die entstehenden Verbrennungsgase zurückgeführt, Schadstoffe sicher abgeschieden und der Phosphor im Klärschlamm effizient zurückgewonnen.
Dr. Hansjörg Roll, Technikvorstand der MVV, erläuterte: „Unsere Anlage setzt neue Maßstäbe im Phosphorrecycling und ist die erste kommerzielle ihrer Art in Deutschland, die Phosphor direkt aus Klärschlamm zurückgewinnt. Dabei erzeugen wir gleichzeitig regenerative Energie für Strom und Fernwärme – ganz ohne aufwendige nachgelagerte Verfahren. Mit diesem innovativen Ansatz sind wir Vorreiter in Deutschland und leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Durch die thermische Verwertung von Klärschlamm erweitern wir unser Portfolio um einen zentralen Baustein, der die Friesenheimer Insel zum Schlüsselstandort für die Wärmeversorgung in der Region macht.“
Fakten zur MVV-Phosphorrecyclinganlage
Verarbeitungskapazität: Bis zu 135.000 Tonnen Klärschlamm jährlich
(genehmigte Kapazität bis zu 180.000 Tonnen pro Jahr)
Phosphorrückgewinnung: Bis zu 90 Prozent des im Klärschlamm
enthaltenen Phosphors
Förderung: 6,4 Millionen Euro durch das Land Baden-Württemberg und den
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
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