Rubrik Energie & Netze

Die Stadt Laichingen betritt Neuland und steuert den Bau eines Großbatteriespeichers

Kommunales Flächenpooling nun auch für Batteriespeicher

01.04.2026 – Lesezeit ca. 2 Minuten 692

Kommunales Flächenpooling nun auch für Batteriespeicher

Robin Menholz, Leiter des Amts für Bauwesen, Umwelt und Stadtentwicklung bei der Stadt Laichingen. (Bild: Stadt Laichingen)

Die Stadt Laichingen in Baden-Württemberg hat erfolgreich ein kommunales Flächenpooling für einen Großbatteriespeicher durchgeführt. Damit leistet die Stadt Pionierarbeit für die Energiewende und schafft gemeinsam mit den beteiligten Flächeneigentümer:innen die Voraussetzungen für den Bau des Speichers. Das Verfahren kam bislang nur bei der Entwicklung von Windparks zum Einsatz.

Einer der Schlüssel für die Energiewende sind Speicherkapazitäten. Deshalb werden Kommunen in der Nähe von Umspannwerken derzeit mit Anfragen für den Bau von Großbatteriespeichern überrollt. Doch das sorgt für Herausforderungen. Fachwissen vor Ort ist noch nicht vorhanden. Die Erfahrung der Projektentwickler variiert stark. Hohe Pachten bieten Potenzial für Streit. Kommunen werden mitunter an den Pachterlösen gar nicht beteiligt, sofern ihre eigenen Flächen nicht mitgeplant werden. Vor den gleichen Herausforderungen stand die Stadt Laichingen auf der Schwäbischen Alb.

Wertvolles Know-how aus der Windenergie

„Deshalb haben wir uns von Anfang an für eine professionelle Begleitung entschieden“, sagt Robin Menholz, Leiter des Amts für Bauwesen, Umwelt und Stadtentwicklung bei der Stadt Laichingen. Die Kommune wollte die Steuerungshoheit über das Projekt behalten und hat sich an das Freiburger Beratungsunternehmen endura kommunal gewandt.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

„Etablierte Vorgehensweisen wie das kommunale Flächenpooling und das Interessenbekundungsverfahren lassen sich auch bei Großbatteriespeicher-Projekten erfolgreich einsetzen“, sagt Jan Friedrich, Senior Berater bei endura kommunal und verantwortlich für das Beratungsfeld Batteriespeicher. Friedrich hat bereits eine Vielzahl von Kommunen bei Windenergie-Projekten begleitet. In Laichingen haben sich die Verfahren ebenfalls bewährt, sagt Friedrich.

Gemeinsames Vorgehen stärkt die Verhandlungsposition

Das Ziel beim Flächenpooling ist, dass so viele kommunale und private Flächeneigentümer:innen wie möglich an den späteren Pachterlösen beteiligt werden. „Alle im Pool profitieren, egal ob ihre Fläche bebaut wird oder nicht“, erklärt Menholz. Das gemeinsame Auftreten der Pooling-Gemeinschaft stärkt die Verhandlungsposition. Zudem steigen die Chancen, dass ein solches Projekt überhaupt realisiert werden kann.

Unter Moderation der Kommune schließen sich die Flächeneigentümer:innen zu einer Pooling-Gemeinschaft zusammen und formulieren Kriterien für die Auswahl eines Projektentwicklers. Im Fall von Laichingen sind acht Angebote eingegangen, die derzeit von einer kommunalen Vergabegruppe unter Begleitung von endura kommunal ausgewertet werden. Ergebnis soll ein Vertrag sein, der die Kriterien der Pooling-Gemeinschaft, zum Beispiel ökologische Aspekte, bestmöglich erfüllt. 2031 soll der Großspeicher ans Netz gehen.

Haupt-Bauphase für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe in Köln beginnt
Haupt-Bauphase für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe in Köln beginnt

280 Millionen Euro investert die RheinEnergie an ihrem Erzeugungsstandort Köln-Niehl in die Energie- und Wärmewende. Das Projekt von Europas größter Flusswasse[...]

16.06.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

energie
Windenergie vor Ort
Windenergie vor Ort

Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern können selbst Flächen für Windenergieanlagen ausweisen, ergänzend zur Planung der Regionalen Planungsverbände. Geregelt ist d[...]

15.06.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Umfrage: 84 Prozent der kommunalen Energieversorger setzen auf Batteriespeicher

Der Ausbau von Großbatteriespeicherprojekten nimmt Fahrt auf: 11 Prozent der kommunalen Energieversorger setzen bereits konkrete Projekte um. Weitere 27 Prozent[...]

12.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Bio-Flüssiggas für Stadtwerke und Kommunen

Bio-Flüssiggas bietet Kommunen im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Dazu zählen insbesondere die Aufrechterhaltung des steuer[...]

09.06.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

energie
Pflanzenkohle als Lösung in der Klimakrise?
Pflanzenkohle als Lösung in der Klimakrise?

Der Klimawandel schreitet voran, trotz vielfältiger Initiativen steigt der CO₂-Ausstoß global weiter an, wenngleich langsamer als früher. Noch liegen die abschl[...]

02.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Erdwärme-Projekt der N-ERGIE: 2D-Seismik-Messungen geplant
Erdwärme-Projekt der N-ERGIE: 2D-Seismik-Messungen geplant

Nächster Schritt für das Projekt „Erdwärme Franken“ der N-ERGIE: In der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen sogenannte 2D-Seismik-Messungen den Untergrund in und u[...]

29.05.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Regenerativer Strom aus Achstetten
Regenerativer Strom aus Achstetten

Start frei für eine neue Photovoltaik-Freiflächenanlage im Landkreis Biberach. Am Dienstag, 19. Mai, hat die BWZ Achstetten GmbH offiziell ihren neuen Solarpark[...]

29.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
Orientierung für Kommunen beim Windenergieausbau
Orientierung für Kommunen beim Windenergieausbau

Die Regionalverbände in Baden-Württemberg legen die Vorrangflächen für Windenergieanlagen im Südwesten fest. Eine Ersteinschätzung des Ausbaupotenzials auf ihre[...]

28.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
Bundesweites Verbundprojekt unterstützt Kommunen beim Ausbau erneuerbarer Energien
Bundesweites Verbundprojekt unterstützt Kommunen beim Ausbau erneuerbarer Energien

Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative fördert das Bundesumweltministerium das Verbundprojekt „BEEKOMM – Beschleunigung des Ausbaus von erneuerbaren Ene[...]

27.05.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
EEG-Entwurf gefährdet jede vierte kleine Wasserkraftanlage in Mitteldeutschland

Wasserkraftverband Mitteldeutschland warnt: Förderstopp für Anlagen unter 25 kW trifft besonders Mitteldeutschland und schwächt verlässliche dezentrale Energieerzeugung

26.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie

Weitere Artikel in dieser Rubrik