Rubrik IT / Verwaltung / Security

Wie Kommunen Digitalisierung vor Ort wirksam verankern können

17.03.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 83

Ankerorte des digitalen Wandels – etwa Stadtlabore, Makerspaces oder Digitalwerkstätten – sind Schlüsselinfrastrukturen der Smart City, um Digitalisierung zu erklären, zu gestalten und zu verstetigen. Eine neue Difu-Studie zeigt, worauf zu achten ist, damit dies gelingt.

Wie können Kommunen den digitalen Wandel strategisch planen und die Vorteile auch für Bürger:innen erlebbar machen? Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) zeigt, dass solche „Ankerorte des digitalen Wandels“ dabei eine zentrale Rolle spielen. Praxisorientierte Orte wie Stadtlabore, Makerspaces oder Digitalwerkstätten verbinden Information, Beteiligung und digitale Bildung und ermöglichen Bürger:innen, aktiv an der digitalen Stadtentwicklung mitzuwirken.

„In solchen Ankerorten verwandeln sich abstrakte Digitalisierungsstrategien in praktische Alltagsanwendungen der Menschen“, betont Studienautor Jan Abt vom Difu. „Sie schaffen Vertrauen, ermöglichen Beteiligung und stärken die Digitalkompetenzen der Bürger:innen.“

In die Studie sind Erfahrungen aus über 50 Ankerorten eingeflossen, die Teil des Bundesförderprogramms „Modellprojekte Smart Cities“ sind. Analysiert wurde, welche Art von Ankerort sich in der Praxis bewährt hat, welche Ziele damit verfolgt werden und welche Erfolgsfaktoren für Aufbau, Betrieb und Verstetigung entscheidend sind. Die Studie unterstützt daher besonders kommunale Fachverwaltungen, Smart-City-Teams sowie Stadtentwicklungs- und Digitalisierungsverantwortliche, die nach übertragbaren Modellen und praxisnaher Orientierung suchen.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Das Difu-Forschungsteam unterscheidet in seiner Studie fünf Grundtypen von Ankerorten: Informations- und Beteiligungsorte, Räume für digitale Bildung, Technikwerkstätten und Makerspaces, ko-kreative Labore für Transformation sowie Plattformen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft. Für jeden Typ beschreibt die Studie Ziele, Zielgruppen, Formate und Kooperationsmodelle. So können Kommunen prüfen, welches Modell zu ihren eigenen Zielen passt – oder wie sich mehrere Funktionen sinnvoll kombinieren lassen.

Die Studie zeigt anhand konkreter Beispiele die Vielfalt der Maßnahmen: In Soest bringt ein Stadtlabor Smart-City-Projekte mitten in die Fußgängerzone und lädt zur Beteiligung ein. In Süderbrarup stärkt ein Digitalzentrum digitale Kompetenzen im ländlichen Raum und wird ergänzt durch einen mobilen Bildungsbus. In Mayen-Koblenz vermittelt ein Makerspace MINT-Kompetenzen durch praktisches Arbeiten. Diese und viele weitere in der Studie dargestellte Beispiele zeigen: Lage, Profil und Kooperationen entscheiden über Reichweite und Wirkung.

Umfangreiche Praxiserfahrungen zur Ausgestaltung, zum Betrieb und zur Verstetigung von Ankerorten sind in der Studie beschrieben. Thematisiert werden unter anderem Fragen der Standortwahl, der Organisationsform, der Kooperation mit Zivilgesellschaft und Wirtschaft sowie der nachhaltigen Finanzierung nach Förderende. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Erfolgreiche Ankerorte sind keine Einzelprojekte, sondern neue kommunale Infrastrukturen der digitalen Daseinsvorsorge.

„Der digitale Wandel gelingt dort besonders gut, wo Kommunen in Orte investieren, die Lernen, Austausch und Mitgestaltung dauerhaft ermöglichen“, so Jan Abt. „Ankerorte sind keine Zusatzaufgabe – sie sind ein strategisches Instrument moderner Stadt- und Regionalentwicklung.“

Ob Großstadt, Mittelzentrum oder ländlicher Raum – die untersuchten Beispiele machen deutlich, dass Ankerorte in sehr unterschiedlichen kommunalen Kontexten funktionieren. Gerade für Kommunen, die ihre Smart-City-Strategien weiterentwickeln oder verstetigen möchten, bietet die Studie eine fundierte Entscheidungs- und Planungshilfe zur Gestaltung der Digitalisierung für und mit den Bürger:innen.


Hintergrund: Transfer von Smart-City-Lösungen im Auftrag des BMWSB

Die Fördermaßnahme „Modellprojekte Smart Cities“ (MPSC) wird seit 2019 vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit insgesamt 73 Modellprojekten umgesetzt. Die Studie ist Teil der wissenschaftlichen Begleitung in der »Koordinierungs- und Transferstelle Smart City« (KTS). Die wissenschaftliche Begleitung erarbeitet Studien und Expertisen, um neue Erkenntnisse und bedarfsgerechte Lösungen für die kommunale Praxis abzuleiten und aufzuzeigen. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) koordiniert die Forschung innerhalb der Fördermaßnahme.

Wie Kommunen Digitalisierung vor Ort wirksam verankern können

Ankerorte des digitalen Wandels – etwa Stadtlabore, Makerspaces oder Digitalwerkstätten – sind Schlüsselinfrastrukturen der Smart City, um Digitalisierung zu er[...]

17.03.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

digitales
Betriebliches und behördliches Mobilitätsmanagement effizient gestalten
Betriebliches und behördliches Mobilitätsmanagement effizient gestalten

Der Mobilitätskompass wird neben Baden-Württemberg noch in vier weiteren Bundesländern mit vergleichbaren Inhalten angeboten

17.03.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
HiScout und BearingPoint stärken gemeinsam die Resilienz der öffentlichen Verwaltung
HiScout und BearingPoint stärken gemeinsam die Resilienz der öffentlichen Verwaltung

HiScout, führender Anbieter integrierter GRC-Softwarelösungen, baut sein Partnernetzwerk weiter aus und arbeitet ab sofort strategisch mit der Management- und [...]

16.03.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Open Source Wettbewerb für die öffentliche Verwaltung startet
Open Source Wettbewerb für die öffentliche Verwaltung startet

Nach einem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr geht der bundesweite Open Source Wettbewerb 2026 in die zweite Runde. Unter dem Motto „Moderne Verwaltung. I[...]

13.03.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
i-kfz-App ab sofort auch für Unternehmen nutzbar

Mit dem digitalen Fahrzeugschein können Fahrzeughalterinnen und -halter ihren Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) seit November 2025 bequem und sich[...]

13.03.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Anpassungsdruck für bestehende Betrauungsakte der öffentlichen Hand?
Anpassungsdruck für bestehende Betrauungsakte der öffentlichen Hand?

Überträgt eine Kommune einem Unternehmen eine Dienstleistung von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse – etwa im Bereich Energieversorgung, Tourismus oder Kran[...]

06.03.2026, Lesezeit ca. 7 Minuten

digitales
„Wir lösen echte Probleme für echte Menschen“
„Wir lösen echte Probleme für echte Menschen“

Hessens Digitalministerin Prof. Sinemus bei Präsentation der Datenplattform „cosma21“ / Digitaldezernentin Hemsley stellt Starkregen-Frühwarnsystem vor / Samstag, 7. März, Stadthof

04.03.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Bewährtes neu gedacht

Im Zuge der S/4 Transformation hat die Cortility GmbH einige ihrer bewährten Lösungen überarbeitet um der neuen S/4-Architektur gerecht zu werden. Dabei war es[...]

20.02.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

digitales
Schutz kritischer Infrastrukturen braucht klare Zuständigkeiten und rechtssichere Lösungen

Heute legt die EU-Kommission einen Aktionsplan zur Drohnensicherheit und Abwehr von Drohnen vor. Dazu erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäf[...]

16.02.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

digitales
Digitale Souveränität als strategische Notwendigkeit: Die drei Grundpfeiler für Europas Zukunft
Digitale Souveränität als strategische Notwendigkeit: Die drei Grundpfeiler für Europas Zukunft

Seit Jahren wird über digitale Souveränität diskutiert, meist als theoretisches Ideal. Doch die geopolitische Lage hat das Thema 2026 zur existenziellen Geschäf[...]

13.02.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales

Weitere Artikel in dieser Rubrik