Dieser Artikel ist zur Veröffentlichung in der Ausgabe 3 - Mai / Juni 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft vorgesehen.

Rubrik IT / Verwaltung / Security

Digitale Souveränität im Zahlungsverkehr: Hanau setzt auf Wero

21.04.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 66

Digitale Souveränität im Zahlungsverkehr: Hanau setzt auf Wero

Mit Unterstützung der S-Public Services führt die Stadt Hanau als eine der ersten Kommunen in Deutschland das europäische Bezahlverfahren Wero ein. Bürgerinnen und Bürger können damit künftig Gebühren sicher über ihre gewohnte Banking-App oder die Wero-App bezahlen. Gleichzeitig profitiert die Verwaltung von effizienteren und transparenten Zahlungsprozessen.

Die zur DSV-Gruppe gehörende S-Public Services, das Kompetenzcenter für E-Government der Sparkassen-Finanzgruppe, stellt Wero über die Payment-Plattform GiroCheckout bereit. Wero steht dabei für digitale Souveränität im kommunalen Zahlungsverkehr: Das Verfahren basiert auf europäischen Bankenstandards, verarbeitet alle Transaktionen ausschließlich im europäischen Rechtsraum und erfüllt die hohen Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen der EU.

In Hanau wurde Wero zunächst im Bereich i-Kfz eingesetzt, wo besonders hohe Fallzahlen anfallen. Inzwischen steht das Bezahlverfahren auch für weitere Anträge und Dienstleistungen wie Urkunden des Standesamts, für das Einwohnermeldewesen und im Gewerbeamt zur Verfügung. Schrittweise soll das Verfahren auf weitere Online-Dienste ausgeweitet werden. „Mit Wero können Verwaltungsdienstleistungen so bezahlt werden, wie man es vom Einkauf im Internet kennt: Schnell, bequem und per App. Wir gehen mit der Zeit und erleichtern unseren Bürgerinnen und Bürgern das Leben“, sagt Isabelle Hemsley, Stadträtin und Digitaldezernentin der Stadt Hanau. „Zugleich stärken wir damit unsere digitale Souveränität, indem wir auf ein sicheres Verfahren setzen, das auf europäischen Standards basiert.“

Die technische Umsetzung erfolgte über den kommunalen IT-Dienstleister ekom21, der Wero in seine Plattform epay21 integrierte. „Das Verfahren hat einen stabilen Reifegrad erreicht und ist für Bürgerinnen und Bürger direkt nutzbar – ohne zusätzliches Konto bei einem Drittanbieter“, macht Vanessa Krenn, Produktmanagerin bei der ekom21, die Vorteile deutlich.

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Für die Verwaltung ergeben sich durch Wero ebenfalls spürbare Vorteile: Zahlungsprozesse laufen schneller, Kapazitäten für andere Aufgaben werden frei, und die Kosten liegen unter denen klassischer Kreditkartenzahlungen oder internationaler Bezahldienste. Über GiroCheckout behalten die Kommunen die volle Übersicht über sämtliche Transaktionen – unabhängig vom jeweils genutzten Zahlungsweg.

Begleitet wurde das Projekt von der Sparkasse Hanau. „Die Stadt Hanau und die Sparkasse Hanau arbeiten seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammen“, erklärt Guido Braun, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hanau. „Mit Wero steht nun ein europäisches Bezahlverfahren zur Verfügung, das Sicherheit, Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz miteinander verbindet. Gern haben wir die Einführung unterstützt, weil wir darin einen wichtigen Baustein für moderne digitale Verwaltungsleistungen sehen.“

Peter Höcherl, Mitglied der Geschäftsleitung der S-Public Services, ergänzt: „Hanau macht mit Wero einen wichtigen Schritt, um digitale Verwaltungsleistungen bürgerfreundlich, sicher und digital souverän zu gestalten. Für uns als S-Public Services ist es zentral, dass neue Bezahlverfahren auf bestehenden Strukturen aufsetzen und gleichzeitig den Kommunen echte Kontrolle über Daten, Prozesse und Zahlungsströme zu geben.“

Mit der Einführung von Wero unterstreicht die Stadt Hanau die Bedeutung digitaler Souveränität im öffentlichen Zahlungsverkehr. Das Pilotprojekt zeigt, wie kommunale Zahlungen effizient, datenschutzkonform und bürgernah gestaltet werden können.

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