Verlegung der ACO DRAIN® KerbDrain Bridge 2.0
Rund 2.000 Meter der neu entwickelten ACO KerbDrain Bridge 2.0 hat das Bauunternehmen LEONHARD WEISS in enger Abstimmung mit ACO auf der Weißen Hochstraße in Ludwigshafen verlegt. Maximilian Förnges, Standortleiter in Langen (Rhein-Main), erläutert, worauf es bei der Umsetzung ankam und wie sich die neue Hohlbordrinne bei ihrem ersten Praxiseinsatz auf einer Großbaustelle bewährte.
Mehr als zwei Jahre Sanierungsarbeiten auf der Weißen Hochstraße liegen hinter Ihnen. Was zeichnete das Projekt aus Sicht des bauausführenden Unternehmens aus?
Maximilian Förnges: Allein die Dimension des Brückenbauwerks war außergewöhnlich. Die Weiße Hochstraße umfasst mehr als 20.000 Quadratmeter Brückenfahrbahn, die komplett saniert werden musste. Hinzukommt die besondere Geometrie: Die Trasse verläuft über mehrere Ebenen, teilweise mit einem Höhenversatz von bis zu 15 Metern, weist Steigungen und Gefälle sowie verschiedene Auf- und Abfahrtsrampen auf. Und das alles im innerstädtischen Umfeld, mit Straßenbahnverkehr unter der Hochstraße sowie Busbahnhof und Hauptbahnhof in unmittelbarer Nähe. Entsprechend herausfordernd waren die Koordination der Gewerke und die Organisation der Bauabläufe.
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Welche Rolle spielte die Entwässerung innerhalb der Gesamtmaßnahme?
Maximilian Förnges: Die Entwässerung ist eines von vielen Gewerken innerhalb unseres üblichen Leistungsspektrums. In der Regel werden die vorhandenen Punktabläufe einfach erneuert, wobei das Entwässerungsprinzip beibehalten wird. Auf der Weißen Hochstraße war das anders: Hier erfolgte der Wechsel von der bisherigen Punktentwässerung zur Linienentwässerung, verbunden mit einer deutlichen Reduzierung der Abläufe. Dadurch rückte die hydraulische Leistungsfähigkeit des Systems deutlich stärker in den Fokus.
Was bedeutete der Systemwechsel für die Auswahl einer geeigneten Lösung?
Maximilian Förnges: Die technischen Vorgaben ließen nur wenig Spielraum zu: Gefordert war eine Durchflussleistung von elf Litern pro Sekunde bei gleichzeitig begrenzter Bauhöhe. Zudem musste die mechanische Belastbarkeit nach DIN EN 1433 nachgewiesen werden. Ein Standardprodukt, das sämtliche Anforderungen nachweislich erfüllte, gab es am Markt nicht. ACO arbeitete zu diesem Zeitpunkt bereits an einer Weiterentwicklung der KerbDrain Bridge. Für die B37 wurde diese Entwicklung beschleunigt, sodass die neue KerbDrain Bridge 2.0 rechtzeitig für den Einbau zur Verfügung stand.
ACO KerbDrain Bridge 2.0 nimmt das Oberflächenwasser kontinuierlich über seitliche Einlauföffnungen auf.
Die KerbDrain Bridge 2.0 kam auf der B37 erstmals zum Einsatz. Was bedeutete das für die Bauausführung?
Maximilian Förnges: Gerade bei sicherheitsrelevanten Bauteilen müssen wir uns darauf verlassen können, dass das System für den vorgesehenen Einsatzbereich geprüft ist und die geforderten Eigenschaften nachweislich erfüllt. ACO konnte die entsprechenden Nachweise für die KerbDrain Bridge 2.0 vollständig erbringen. Beim Einbau ging es dann darum, die neue Lösung unter realen Baustellenbedingungen sicher umzusetzen. Dabei zahlte sich die enge Begleitung durch ACO aus. Gemeinsam konnten wir die Verlegung des neuen Systems direkt vor Ort abstimmen und die Handhabung im praktischen Einsatz erproben. Die Rinnenelemente werden auf ein Verbindungsprofil mit integrierter Dichtung gesetzt, das unter dem Rinnenstoß liegt. Bei der komplexen Geometrie der Weißen Hochstraße erwiesen sich gerade die nur einen Meter langen Rinnenelemente in Verbindung mit dem Verbindungsprofil als Vorteil: Damit ließ sich das System flexibel entlang der zahlreichen Radien sowie über Steigungs- und Gefällestrecken verlegen. Ein besonderes Augenmerk lag darauf, die Dichtigkeit direkt auf der Baustelle fortlaufend zu prüfen. Die Kontrollen gaben uns die Sicherheit, dass das System in der Praxis zuverlässig funktioniert.
Auch die Hohlbordrinne selbst war für Sie Neuland. Wie bewerten Sie das Entwässerungssystem?
Maximilian Förnges: Das System weist klare Vorteile auf. Ein Pluspunkt ist, dass die Entwässerung außerhalb des überfahrenen Bereichs liegt. Herkömmliche Abläufe in der Fahrbahn sind dauerhaft hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt und stellen damit einen wesentlichen Schwachpunkt dar. Bei der Hohlbordrinne entfällt diese Belastung, weil sie in die Brückenkappe integriert ist. Hinzu kommt die starke hydraulische Abflussleistung. Das Oberflächenwasser wird kontinuierlich über seitliche Einlauföffnungen entlang der gesamten Rinne aufgenommen und innerhalb des Systems zu den Ablaufpunkten geführt. Dadurch ließ sich deren Zahl deutlich reduzieren: von ursprünglich 135 auf rund 40. Gerade bei einer Bestandssanierung ist das von entscheidender Bedeutung. Je weniger Ablaufpunkte erforderlich sind, desto geringer sind die notwendigen Eingriffe in die bestehende Bausubstanz.
Inwiefern hat das Projekt Ihre Sicht auf die Entwässerung verändert?
Maximilian Förnges: Die Weiße Hochstraße hat noch einmal deutlich gemacht, dass Entwässerung nicht nur eine Frage der Wasserableitung ist, sondern ein wichtiger Faktor für den Schutz und Erhalt der Bausubstanz. Gleichzeitig hat das Projekt das Potenzial der Linienentwässerung unterstrichen. Für künftige Baumaßnahmen heißt das, Entwässerung frühzeitig als integralen Bestandteil der Bauwerksplanung mitzudenken. So wird sie vom nachgelagerten Ausführungsdetail zu einem wichtigen Hebel für die Qualität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit einer Sanierung.
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