Dieser Artikel ist zur Veröffentlichung in der Ausgabe 6 - November / Dezember 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft vorgesehen.

Rubrik Wasser / Abwasser

Neue Schule in Dormagen: Modular gebaut, individuell entwässert

01.10.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 62

Zur neuen Schule gehört auch eine weitläufige Außenanlage (Bild: ALHO Systembau GmbH)

Die neue Realschule Hackenbroich, seit September 2026 Lernort für mehr als 800 Kinder und Jugendliche, ist ein modular errichteter Holz-Hybridbau. Tempo und Wirtschaftlichkeit gaben den Ausschlag für den Modulbau. Wie die Flachdachentwässerung zeigt, lässt diese Bauweise genügend Raum für individuelle Lösungen: Alle Abläufe sind passend zur Dachfläche dimensioniert, die Hauptentwässerung ist perfekt in die Dämmebene integriert. Als Notentwässerung sind unterschiedlich große Rechteckspeier verbaut. Neben der hohen Ablaufleistung sind sie ein elegantes architektonisches Detail.

Platz für 800 Schülerinnen und Schüler, mit Klassenräumen, Funktionsräumen für Musikunterricht, Verwaltung und Mensa auf knapp 10.000 Quadratmetern Fläche: Die neue Realschule Hackenbroich in Dormagen, 2026 fertiggestellt, ist eine moderne Schule, viergeschossig in modularer Holz-Hybridbauweise errichtet. Dieses Konzept ist wirtschaftlich und nachhaltig. Als Totalunternehmer fungierte die ALHO Systembau GmbH (Friesenhagen). Das Unternehmen hat sich unter anderem auf den Bau von Schulen spezialisiert und kennt daher die Anforderungen an den Funktionsbau. Getaktet kamen die Tieflader mit den fertigen Modulen auf die Baustelle und wurden per Kran eingeschwenkt. Doch einige Bauarbeiten waren auch auf der Baustelle zu leisten. Dazu gehörte das Dach.

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Begrüntes Flachdach – effizient entwässert

Das Flachdach ist gedämmt und extensiv begrünt, zum Teil mit Photovoltaik belegt. Der Aufbau ab OSB-Platte mit EPDMTransportdichtung: 80 mm EPS-Dämmschicht, darauf eine EPSGefälledämmung (zwei Prozent Gefälle, maximal 20 mm), jeweils WLG 035. Als Abdichtung dient eine 1,5-mm-PVC-Hochpolymerbahn. Für das Gründach: Unten liegt eine Abdichtung, wurzelfrei gemäß FLL; darauf kommen Dämmschicht, Trennund Schutzlage, dann folgt eine Drainschicht-Filtermatte. Die extensive Begrünung (Sedum-Stauden) ist in einem extensiven Substrat gepflanzt.

Zwar ließ sich die Entwässerung nicht werkseitig einrichten, aber auch hier ist die Lösung wirtschaftlich und effizient: Durch das leistungsfähige Ablaufsystem sind nur wenige Ablaufpunkte notwendig. Damit alles normgerecht passt, erfolgte die Berechnung vom Hersteller. Mit den Loro-Systemen aus Stahl ist eine zuverlässige, wartungsarme und dauerhafte Haupt- und Notenwässerung sichergestellt.

Die Hauptentwässerung erfolgt ausschließlich über AttikaAbläufe, also außen am Gebäude mit Fallleitungen im Luftraum der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade. Um für optimale Wärmedämmung auf dem Dach zu sorgen, liegen die Loro-X Rainstar-Abläufe in der Dämmebene. Mit den vorkonfektionierten Dämmblöcken war dafür nur eine rechteckige Aussparung in die Aufdach-Dämmung einzufügen. „Die Blöcke sparen den Zuschnitt auf dem Dach. Dadurch ist die geringe Mehrinvestition für das Material im Vergleich zu einer geschlossenen Dämmebene mehr als ausgeglichen“, sagt DDM Stefan Gernert vom ausführenden Meisterbetrieb Gernert Dachtechnik (Waldbröl).

Die Not-Entwässerung ist über Speier sichergestellt – und liefert zugleich ein attraktives architektonisches Detail: Die RechteckSpeier geben der Fassade eine besondere Note. Vor dem Einbau wurden die Elemente zunächst auf der Baustelle abgekantet. Dadurch wird die Speierhöhe in der zuvor berechneten Höhe eingehalten. Anschießend erfolgten die Durchbrüche durch die Attika, in die die Speier dann eingeschoben wurden. Dort wurden sie verklebt und verschraubt. Stefan Gernert: „Auch hier spielen Wirtschaftlichkeit und Technik eine entscheidende Rolle: Durch die höhere Ablaufleistung der Speier ist ein zuverlässiger Abfluss auch bei einem Jahrhundertregen kein Problem.“

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