12.08.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 37
Bei einer Auftaktveranstaltung im Juli hat die Gemeinde Sigmarszell (Landkreis Lindau) die Arbeiten für ein ganzheitliches Mobilitätskonzept auf den Weg gebracht. Damit stellt sie die Weichen für eine flexiblere und klimafreundlichere Mobilität zwischen den Ortsteilen und Nachbargemeinden. Zudem soll der Bahnhaltepunkt Schlachters reaktiviert und in das Konzept integriert werden. Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr fördert das Mobilitätskonzept im Rahmen des Programms „Landstadt Bestand“ mit 80 Prozent. Erstellen werden es die Unternehmen endura kommunal und Mailänder Consult.
Eine hohe PKW-Abhängigkeit, ein Bahnhaltepunkt außer Betrieb, wenige Busse am Abend – Sigmarszell hat dieselben Herausforderungen wie viele Kommunen im ländlichen Raum. Das soll sich nun ändern. Bis Juni 2027 will die 2.900-Einwohner-Gemeinde am Bodensee einen konkreten Maßnahmen- und Finanzierungsplan vorlegen, wie sie das Mobilitätskonzept bis 2035 umsetzen will. Sigmarszell ist eine von elf Modellkommunen, die vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr und der Regierung von Schwaben für das Förderprogramm „Landstadt Bestand“ ausgewählt wurden.
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„Mit dem bereits vorliegenden Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) für die Gemeinde Sigmarszell, dem Mobilitätskonzept und der Integration des Bahnhaltepunkts Schlachters führen wir alle Planungen für eine nachhaltigere Zukunft zusammen. Damit wollen wir die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger weiter erhöhen und die regionale Wirtschaft stärken. Wir freuen uns auf die intensive Zusammenarbeit mit den Verkehrsexpertinnen und -experten und danken dem Staatsministerium für seine tatkräftige Unterstützung“, sagt Erster Bürgermeister Jörg Agthe.
Mit der Ausarbeitung wurden das Beratungsunternehmen endura kommunal aus Freiburg und das Ingenieurbüro Mailänder Consult aus Karlsruhe beauftragt. „Unser Ziel ist es, der Gemeinde einen Fahrplan mit realistischen und förderfähigen Maßnahmen zu übergeben, die umgesetzt werden können und Akzeptanz in der Bevölkerung finden“, sagt Lara Hölting, Projektleiterin bei endura kommunal. Mit passgenauen Förderprogrammen stellt sie die Finanzierung der Maßnahmen sicher. endura kommunal begleitet Kommunen bei nachhaltigen Energie- und Mobilitätsprojekten und verfügt über umfassende Expertise in der flexiblen Ausarbeitung von interkommunalen Mobilitätskonzepten, insbesondere im ländlichen Raum.
Die Menschen in der Region sollen mittelfristig von möglichen Verbesserungen profitieren: mehr Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit, ein komfortablerer und durchgängigerer Rad- und Fußverkehr, eine flexiblere Mobilität zwischen den Ortsteilen, den Nachbargemeinden und dem angrenzenden Österreich sowie mehr sozialer Zusammenhalt. „Der Bahnhaltepunkt Schlachters soll dabei zum zentralen Mobilitätsknoten werden“, ergänzt Gregor Bertsche, Projektleiter beim Ingenieurbüro Mailänder Consult. Zum Ende des Projekts soll feststehen, wie er optimal angebunden werden kann.
Bis Herbst 2026 wird Hölting gemeinsam mit ihrem Team die aktuelle Mobilitätssituation analysieren. Gleichzeitig werden die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, ihre Wünsche und Anregungen in einer Onlineumfrage einzubringen. Im Herbst präsentieren die Fachbüros die Zwischenergebnisse vor Ort und diskutieren mögliche Maßnahmen mit den Einwohnerinnen und Einwohnern im Rahmen einer Beteiligungsveranstaltung. Von den Ergebnissen sollen vergleichbare Gemeinden in Bayern und darüber hinaus profitieren.