Rubrik Verkehr / Mobilität

Kommunen gesucht, die (Lasten)-Fahrräder im Wirtschaftsverkehr verankern wollen

15.05.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 416

Kommunen gesucht, die (Lasten)-Fahrräder im Wirtschaftsverkehr verankern wollen

Foto: Vera Gutofski, Difu

Forschungsprojekt „RadiW“ startet mit kostenlosem Weiterbildungs- und Umsetzungsprogramm für Kommunen.(Lasten)räder werden in der Erprobungsphase gestellt. Ziel ist die Erarbeitung eines individuellen kommunalen Nutzungsprofils, das zur jeweiligen Ausgangslage passt und dauerhaft wirksam ist.

Wie kann der Wirtschaftsverkehr in Kommunen effizienter, sicherer und nachhaltiger gestaltet werden? Darum geht es im Forschungsprojekt „Das Rad im Wirtschaftsverkehr: Vom Konzept zur Anwendung – wissenschaftlich fundiert, praxisnah umgesetzt“ (RadiW). Das Projekt unterstützt Kommunen dabei, das Fahrrad systematisch im Wirtschaftsverkehr einzusetzen – vom kommunalen Eigenbetrieb bis hin zu besseren Rahmenbedingungen für Unternehmen und Dienstleister vor Ort. Durchgeführt wird das vom Bundesministerium für Verkehr aus Mitteln des Nationalen Radverkehrsplans geförderte Projekt vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu), der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, dem Radlogistikverband Deutschland sowie der cargobike.jetzt GmbH.

Für die Praxisphase werden Kommunen gesucht, die ab Sommer 2026 an einem kostenlosen, zwölfmonatigen Weiterbildungs- und Umsetzungsprogramm teilnehmen möchten. Das Programm verbindet Fachwissen, Austausch und praktische Erprobung: Kommunen entwickeln ein eigenes Anwendungsprojekt, erhalten eine enge Begleitung durch Fachleute und Mentorkommunen und testen anschließend den Einsatz neuer Transportoptionen im Alltag.

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Der Bedarf für Mobilitätslösungen in den Kommunen ist groß. Denn der Wirtschaftsverkehr macht in Städten bereits heute einen erheblichen Anteil des Verkehrsaufkommens aus – mit steigender Tendenz, etwa durch Lieferverkehr, Ver- und Entsorgung sowie den Onlinehandel. Damit wachsen auch Herausforderungen: mehr Verkehrsbelastung, höhere Emissionen, zusätzliche Gesundheitsbelastungen und Konflikte im Straßenraum. Zugleich fehlen vielen Kommunen Personal, Zeit und praktische Instrumente, um vorhandene Konzepte in konkrete Maßnahmen zu übersetzen.

„Das RadiW-Forschungsteam erarbeitet ein praxisnahes Weiterbildungsangebot und unmittelbar anwendbare Werkzeuge für die Umsetzung konkreter Maßnahmen in Kommunen, die aktiv an Lösungen arbeiten möchten“, sagt Anne Klein-Hitpass, Bereichsleiterin des Forschungsbereichs Mobilität am Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und Projektleiterin. Das Ziel: Kommunen werden dabei unterstützt, die Rahmenbedingungen zu verbessern und Unternehmen sowie Dienstleister werden motiviert, die Nutzung von Fahrrädern im Wirtschaftsverkehr voranzutreiben. Damit sollen Transporte innerhalb der Kommunen schrittweise auf das Fahrrad verlagert werden.

Das Programm ist kompakt und auf kommunale Arbeitsrealitäten zugeschnitten. Es umfasst Präsenztermine, Online- und Selbstlernformate, Austausch mit Mentorkommunen sowie eine bis zu sechsmonatige Erprobungsphase mit Lastenrädern in der eigenen Kommune. Die teilnehmenden Kommunen arbeiten unter anderem an Fragen der Potenzial- und Bedarfsermittlung, der Verankerung in kommunalen Planwerken, an organisatorischen Anforderungen und an der Kommunikation vor Ort. Ziel ist die Erarbeitung eines individuellen Nutzungsprofils, das zur jeweiligen Ausgangslage passt und dauerhaft wirksam ist.

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