Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Stabile Besucherfrequenzen in der Braunschweiger Innenstadt

Vielfältiges Angebot und attraktive Veranstaltungen als Besuchsmagneten für die Innenstadt

06.10.2026 – Lesezeit ca. 5 Minuten 30

Monatsfrequenzen im Jahresvergleich für die Braunschweiger Innenstadt. Auswertungszeitraum jeweils vom 1. September bis zum 31. August. (Grafik: Braunschweig Stadtmarketing GmbH)

Rund 41 Millionen Frequenzen verzeichnet die Braunschweig Stadtmarketing GmbH für die Braunschweiger Innenstadt innerhalb eines Jahres. Damit bleiben die Werte mit einem leichten Rückgang um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr insgesamt stabil. Hierbei ist die Innenstadt jedoch insbesondere während der handelsrelevanten Zeiten im Frühjahr und im Advent sowie zu Veranstaltungen stärker besucht als im Vorjahreszeitraum. Ein vielfältiger Mix aus Handel, Gastronomie, Veranstaltungen, Dienstleistungen und Kultur schafft attraktive Besuchsanlässe für die Innenstadt.

Im Auswertungszeitraum vom 1. September 2025 bis zum 31. August 2026 erfassten die Lasermessgeräte des Stadtmarketings an acht Standorten in der Braunschweiger Innenstadt etwa 41,1 Millionen Passantenbewegungen. Im Mai und im Advent sowie an Veranstaltungstagen war die Innenstadt deutlich stärker besucht als im letzten Auswertungsjahr. In Zeiträumen ohne Veranstaltungen liegen die Frequenzen im Durchschnitt unter den Vorjahreswerten. Insgesamt bedeutet das für die diesjährige Gesamtauswertung eine stabile Entwicklung mit leichtem Rückgang um knapp 2 Prozent.

Die Frequenzentwicklung liegt damit in der Innenstadt auf einem konstanten Niveau, nachdem die Vorjahresauswertung eine Steigerung um 0,5 Prozent ergeben hatte. „Insgesamt handelt es sich um übliche Schwankungen innerhalb von Jahresvergleichen. Das liegt also im Rahmen einer insgesamt stabilen Entwicklung“, sagt Nina Fritzler, Geschäftsführerin des Stadtmarketings. „Die diesjährige Auswertung zeigt sehr deutlich, wie wichtig konkrete Besuchsanlässe für die Innenstadt sind. Veranstaltungen, verkaufsoffene Sonntage und die Adventszeit sorgen für besonders hohe Frequenzen. Gleichzeitig bleibt unsere Aufgabe, auch an den anderen Tagen gute Gründe für einen Innenstadtbesuch zu schaffen. Dafür braucht es weiter das Zusammenspiel von Handel, Gastronomie, Veranstaltungen, Kultur und Aufenthaltsqualität.“

Besonders gut besucht war die Braunschweiger Innenstadt während des Tags der Niedersachsen. Das große mehrtägige Landesfest fand zum ersten Mal in Braunschweig statt und lockte vom 12. bis zum 14. Juni mehrere hunderttausende Besucherinnen und Besucher in die Stadt. Der Samstag markiert hierbei mit etwa 308.000 Passantenbewegungen den frequenzstärksten Tag des Auswertungszeitraums 2025/2026. Die zweitmeisten Frequenzen entfielen auf den Samstag, an dem sowohl das Magnifest das Burgplatz Open Air und auch das stadtsommervergnügen parallel stattfanden. An den Veranstaltungstagen des Buskers im Mai, dem Stadtfrühling mit verkaufsoffenem Sonntag im April sowie der Veranstaltung Braunschweig International wurden ebenfalls hohe Passantenströme verzeichnet.

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Extreme Wetterlagen mit viel Schnee zum Jahresbeginn und mit Hitzeperioden im Juni und Juli sorgten für entsprechende Frequenzeinbrüche in den jeweiligen Monaten. Insgesamt bleibt die Adventszeit 2025 der wichtigste Frequenztreiber des Jahres.

Allein der Dezember 2025 erzielt als stärkster Monat der Auswertungszeit etwa 4,5 Millionen Frequenzen und übertrifft hierbei die Werte von Dezember 2024 um 7,5 Prozent. Das Weihnachtsgeschäft sowie der beliebte Braunschweiger Weihnachtsmarkt heben sich somit deutlich als Frequenzbringer ab.

Die Wiedereröffnung der Tiefgarage Packhof im August 2025 sowie die Eröffnung eines Supermarktes in der Packhofpassage Mitte 2026 sorgen für die Kompensation der baustellenbedingten Frequenzverluste in diesem Innenstadtbereich. Wie sich bereits zum Ende der letzten Auswertung andeutete, erzielte der Standort Sack damit eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr mit einer Erhöhung um etwa 6,8 Prozent. „Seit der Wiedereröffnung der Tiefgarage stehen in der Nähe des Messpunktes am Sack 1.000 weitere innenstadtnahe Parkplätze zur Verfügung und der Supermarkt erweitert das Handelsangebot an diesem Standort. Das Plus in den Frequenzen ist ein gutes Beispiel dafür, wie Veränderungen in der Stadt sich auf Laufwege und das Verhalten der Innenstadtgäste auswirken“, so Fritzler.

Ansprechende Gastronomieangebote können die Dauer eines Innenstadtaufenthalts verlängern, zusätzliche Besuchsanlässe schaffen und so das Besucheraufkommen nachhaltig stützen. „Während des letzten Auswertungszeitraums haben in der Innenstadt mehrere Cafés und Restaurants an Standorten eröffnet, die zuvor von Geschäften oder Leerständen geprägt waren. Auch hieran wird erkennbar, dass Gastronomie eine wichtige Ergänzung im vielfältigen Angebotsmix der Braunschweiger Innenstadt ist“, sagt Fritzler.

Zukunftsfähige Innenstädte leben von einem Zusammenspiel unterschiedlicher Funktionen und Besuchsgründe. „Ein starkes Handelsangebot bleibt zentral, gleichzeitig gewinnen Gastronomie, Kulturangebote, Veranstaltungen und eine gute Erreichbarkeit an Bedeutung“, sagt Stadtbaurat und Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa. „Die Braunschweiger Innenstadt verfügt in diesen Bereichen über eine starke Basis und zeichnet sich durch ihre hohe Anziehungskraft weiterhin als Oberzentrum der Region aus. Mit unseren Projekten Stiftshöfe und dem Haus der Musik wollen wir hier weitere Akzente setzen.“

Laserbasierte Frequenzmessungen

Seit Ende September 2016 erfasst das Stadtmarketing, unterstützt durch den Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig e. V. und die Schloss-Arkaden, die Frequenzen in der Innenstadt an sechs Standorten digital: Damm, Hutfiltern, Langer Hof, Schuhstraße, Poststraße und Sack. Mittlerweile ergänzen zwei weitere Lasergeräte in der Neuen Straße und der Friedrich-Wilhelm-Straße die Messungen. Für die Erfassung nutzt das Stadtmarketing die Technik der LASE PeCo Systemtechnik GmbH. Mit der lasergesteuerten Technik lassen sich rund um die Uhr nahezu echtzeitbasierte Daten erfassen. Dabei werden Besucherinnen und Besucher, die mehrere Messpunkte passieren, mehrfach gezählt, sodass der Frequenzbegriff nicht mit der Besucheranzahl gleichzusetzen ist. Die Technik ist gesundheitlich unschädlich und da das Messverfahren keine personenbezogenen Daten erhebt, ist sie auch datenschutzrechtlich unbedenklich [1].

Auswertung

Für die Gesamtauswertung wurden alle acht Standorte in der Braunschweiger Innenstadt berücksichtigt. Im April 2023 wurde die gesamte Messanlage auf die neueste Lasergeneration umgerüstet. Aufgrund einer fehlerhaften Kalibrierung der Messgeräte kam es an einigen Standorten in den folgenden Monaten zu einer fehlerhaften Erfassung der Besucherfrequenzen. Die Beseitigung des technischen Defektes hat bis August 2024 angedauert, weshalb für das Auswertungsjahr 2023/2024 keine aussagekräftigen Daten verglichen und veröffentlicht werden konnten.

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