Dieser Artikel ist zur Veröffentlichung in der Ausgabe 6 - November / Dezember 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft vorgesehen.

Rubrik Allgemein

Pioniere beim UV-Schutz

05.10.2026 – Lesezeit ca. 6 Minuten 54

Besonders bei der Müllabfuhr, der Straßenreinigung und den Mitarbeitern auf den Wertstoffhöfen nimmt die Belastung durch hohe UV-Strahlung während der Arbeitszeit kontinuierlich zu. Spätestens seit im Jahr 2015 weißer Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt wurde, besteht akuter Handlungsbedarf. Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre Mitarbeitenden vor langer und hoher Sonneneinstrahlung zu schützen. Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen kommt dem persönlichen Schutz durch die richtige Kleidung eine immer größere Rolle zu.

Die aha-Hannover

Zu den Pionieren im Bereich UV-Schutz von Mitarbeitenden gehört der aha Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover. Er entstand auf der Fusion der Abfallwirtschaftsbetriebe der Region und der Stadt Hannover im Jahr 2003. Heute organisiert der Zweckverband die Abfallwirtschaft für mehr als eine Million Menschen. Die Aufgaben des aha sind vielfältig und betreffen nahezu jeden Haushalt in der Region. Zu den wichtigsten Tätigkeiten gehört die regelmäßige Abholung von Restmüll, Bioabfällen, Altpapier und Wertstoffen. Darüber hinaus betreibt der Zweckverband zahlreiche Wertstoffhöfe, an denen Bürgerinnen und Bürger Sperrmüll, Elektrogeräte, Grünabfälle oder Problemstoffe abgeben können. Auch die Straßenreinigung und der Winterdienst gehören zu den zentralen Aufgaben des kommunalen Betriebs.

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iQ-UV und AHA – die gemeinsame Geschichte

Kennengelernt haben sich die iQ-Company und der aha 2017 auf einer Veranstaltung des Verband kommunaler Unternehmen e.V., kurz VKU. Die iQ-Company war nach Berlin eingeladen worden, um vor Sicherheitsfachkräften über das Thema Sonnenschutz zu referieren und ihre Produkte vorzustellen.

Zu diesem Zeitpunkt war Berufsbekleidung für iQ-UV Neuland. Das Unternehmen hat seine Wurzeln im Tauchsport und produziert seit 1994 Funktionskleidung. Im Jahr 2004 kam dann Kleidung mit UV- und Hitzeschutz unter dem Namen iQ-UV hinzu. Seit 2015 produziert das Unternehmen in Europa normenkonforme Arbeitskleidung mit den gleichen Eigenschaften.

Die Produktpräsentation und der Vortrag scheinen überzeugt zu haben, denn das erste Angebot überhaupt der iQ-Company im Bereich Arbeitsschutzkleidung mit UV-Schutz ging im Mai 2018 an die aha. Was folgte war ein intensiver Austausch der beiden Unternehmen. Die Kleidung wurde nicht nur umfassenden Tragetests unterzogen, sondern auch gemeinsam weiterentwickelt. Dass die UV-Schutz-Shirts zu einem großen Teil aus recycelten PET-Flaschen bestehen, passt dabei natürlich zum Nachhaltigkeitsgedanken der aha. Auch das neben dem Schutz durch die aktive Kühlung des Hightech-Gewebes die Leistungsfähigkeit bei hohen Temperaturen unterstützt wird, überzeugte.

Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden

Weißer Hautkrebs ist die am stärksten wachsende Krebserkrankung und seit 2015 von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) als Berufskrankheit anerkannt. Für Beschäftigte im Freien, zu denen die Mitarbeitenden der Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Wertstoffhöfe fraglos zählen, ist weißer Hautkrebs ein reales Risiko. Schädigungen treten weit vor dem ersten Sonnenbrand auf. Und ist die einzelne Hautzelle einmal zerstört, ist dies irreparabel.

UV-Schutz, den man anzieht – also am Körper trägt, ist immer die erste Wahl, um auf einfache Weise die größten Körperpartien sicher zu schützen. Zusätzlich muss auf Hände, Füße und Gesicht natürlich zusätzlich Sonnencreme oder Sonnenspray regelmäßig und in ausreichender Menge aufgebracht werden.

Top-Prinzip aus der DGUV-Information 201-056 wird konsequent umgesetzt

Die DGUV-Information 201-056 sieht für Beschäftigte im Freien technische, organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen vor.

Technische Schutzmaßnahmen sind z.B. das Aufstellen von Sonnenschirmen, Sonnensegeln und Überdachungen, die ausreichend Schatten spenden. Deshalb wurden auf den Wertstoffhöfen der aha, auf denen die Mitarbeitenden den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt sind, festinstallierte Sonnenschirme montiert.

Selbstverständlich werden die Beschäftigten regelmäßig über die möglichen Gefahren der UV-Strahlung unterwiesen. Weitere organisatorische Schutzmaßnahmen sind, anstrengende Arbeiten nicht in der sonnenintensivsten Zeit stattfinden zu lassen und auf einen regelmäßigen Tätigkeitswechsel zwischen den Beschäftigten zu achten. Außerdem müssen UV-Schutzmittel (Kleidung und Sonnencreme) in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. In Hannover erhalten die Mitarbeitenden der Müllabfuhr Sonnenhüte und Sonnencreme unkompliziert und kostenlos an einem Kiosk in ihrer Betriebsstätte. Kurze Wege und ein einfacher Zugang unterstützen die Verwendung der UV-Schutz Produkte.

Als personenbezogene Schutzmaßnahme hat sich die aha als erster kommunaler Betrieb in Deutschland dazu entschieden, alle Mitarbeitenden mit UV-Schutz-Shirts von iQ-UV auszustatten.

UV-Schutzkleidung im Einsatz

Heute, rund 10 Jahre später, sind alle rund 1200 Mitarbeiter bei der Müllabfuhr, der Straßenreinigung und den Wertstoffhöfen mit UV-Shirts von IQ-UV aus dem Material IQ-Natural, in der Ausführung „High Visible“ nach DIN EN 20471, ausgestattet. Auch ein UV-Kopfschutz, der Safarihut 315-100, gehört zur Ausstattung. Jeder Mitarbeiter verfügt je nach Tätigkeitsbereich über 5, 7 oder 10 Garnituren, ist also mindestens für eine Woche ausgestattet.

Die Mitarbeitenden sind sich der Gefahren, welche die permanente Sonneneinstrahlung mit sich bringt, sehr bewusst und schützen sich. André Kamischke sagt dazu beim Besuch des Wertstoffhofes: „Hautkrebs ist hier auf dem Wertstoffhof keine Seltenheit. UV-Shirts zu tragen ist für mich die einfachste Art, mich zu schützen.“ Mark, ein Müllmann, der von allen nur „Auge“ genannt wird, bringt es im Gespräch auf den Punkt. „Die alten Hasen wählen ihre Touren mit Bedacht.“ Im Sommer ist er lieber in der Innenstadt unterwegs, auch wenn das oft stressiger ist wegen des Verkehrs. Auch, dass es im urbanen Umfeld ein paar Grad wärmer ist, stört ihn nicht. Entscheidend ist, dass er sich während der Tour hin und wieder im Schatten aufzuhalten kann. „Wenn Du in den Vororten und Neubaugebieten eingesetzt wirst, stehst du acht Stunden ununterbrochen in der Sonnen“, diese Touren sind bei den Kollegen sehr unbeliebt.

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