Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung
04.02.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 2
Kommunen in Baden-Württemberg stehen vor einem enormen Sanierungsstau bei Schulen, Rathäusern und anderen öffentlichen Gebäuden. Und die Haushaltslage ist angespannt. Finanzielle Unterstützung bei der energetischen Sanierung dieser Nichtwohngebäude bietet das Landesförderprogramm Klimaschutz-Plus. Seit dem 1. Februar 2026 können Kommunen wieder Anträge für den zweiten Teil des Programms mit seinem Fokus auf die Förderung von Beratungsleistungen stellen. Darauf weist die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) hin. In dem Programmteil gibt es unter anderem Geld für Steckbriefe im Rahmen einer Sanierungsstrategie für den kommunalen Gebäudebestand, das kommunale Energiemanagement und Qualitätsmanagement-Systeme, die den Klimaschutz in der gesamten Kommune in den Blick nehmen. Eine Förderung externer Beratungsdienstleistungen in Höhe von bis zu 75 Prozent ist möglich. Die Maßnahmen flankieren die bereits bestehende Investitionsförderung für die Sanierung kommunaler Gebäude im ersten Teil des Programms. Die KEA-BW ist für fachliche Fragen zuständig, die L-Bank nimmt die Förderanträge an.
Klimaschutz-Plus wendet sich an Kommunen und unterstützt diese bei der Sanierung ihrer Liegenschaften. „Die finanzielle Unterstützung, ob für Beratungsleistungen oder die Sanierung selbst, gibt den Kommunen Rückenwind für die energetische Sanierung ihrer Liegenschaften“, sagt Dr.-Ing. Martin Sawillion, Leiter des Bereichs Grundsatzfragen und Förderprogramme bei der KEA-BW. „Wer sie in Anspruch nimmt, spart bares Geld.“
Das Programm flankiert im zweiten Teil die bereits seit Mitte des vergangenen Jahres laufende Investitionsförderung durch Zuschüsse für nichtinvestive Planungs- und Beratungsmaßnahmen. Diese Zuschüsse sollen Kommunen auf dem Weg zur Sanierung ihrer Gebäude systematisch unterstützen und dazu beitragen, die Investitionsförderung möglichst rasch und effektiv einzusetzen. Der Teil zwei umfasst insgesamt sieben Einzelfördertatbestände: Geld gibt es für eine CO₂-Bilanzierung, für Gebäudesteckbriefe zum Erstellen einer Sanierungsstrategie für den kommunalen Gebäudebestand und für kommunales Energiemanagement. Bezuschusst werden auch Prozessmanagement-Instrumente für eine netto-treibhausgasneutrale Kommunalverwaltung, Beratungsleistungen zur Entwicklung und Anbahnung von Projekten sowie Qualitätsmanagement-Systeme, die den Klimaschutz in der Gesamtkommune in den Blick nehmen. Die Förderquoten sind hoch: Das Programm ermöglicht Kommunen, qualifizierte externe Fachleute für strategische Klimaschutzaufgaben einzubinden. Die meisten Beratungsleistungen werden mit 75 Prozent des Tagessatzes bezuschusst. Damit können insbesondere kleinere Kommunen ohne eigene Fachabteilungen den Klimaschutz professionell voranbringen. Erstmals werden auch kommunale Kommunikations- und Beteiligungsmaßnahmen gefördert, und das sogar mit 80 Prozent. Das soll die Akzeptanz der Bürgerschaft für Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen stärken.
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Im ersten Teil des Programms werden investive Klimaschutzmaßnahmen an nicht-wirtschaftlich genutzten Nichtwohngebäuden mit Zuschüssen gefördert – sie werden als BW-Bonus zusätzlich zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ausgezahlt. Förderfähig sind Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle kommunaler Verwaltungsgebäude. Zudem wird ein weiterer Bonus zur Schulbauförderung des Kultusministeriums zur Sanierung von Schulgebäuden gewährt, wenn die Kommunen ihre Schulen auf ein hohes energetisches Niveau sanieren.