Rubrik Landschaftspflege

Verbrenner-Aus in der Garten- und Landschaftspflege?

Von Andreas Ronge, Garten- und Landschaftsbau, Wuppertal – 25.02.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 4

Verbrenner-Aus in der Garten- und Landschaftspflege?

Sind wir in der privaten und kommunalen Garten- und Landschaftspflege an dem Punkt angelangt, wo man sich ohne Kompromisse von dem mit Benzinmotoren angetriebenen Pflegegeräten verabschieden und sich ohne Einschränkungen auf die mit Akkus betriebenen Geräte verlassen kann?

In den vergangenen Jahren ist ein deutlicher Anstieg der Verkaufszahlen professioneller, akkubetriebener Pflegegeräte für Grünanlagen zu verzeichnen. Maßgeblich dazu beigetragen haben sowohl das wachsende ökologische Bewusstsein von Betrieben und Kommunen als auch die erheblichen Fortschritte in der Akku- und Ladetechnologie. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, die verschiedenen Facetten dieser Entwicklung näher zu betrachten.

Wer sich über die Vorteile akkubetriebener Pflegegeräte informiert, stößt schnell auf eine ganze Reihe überzeugender Argumente. Zu den zentralen zählen die aus ökologischer Sicht bessere CO₂-Bilanz sowie der Wegfall risikoreichen Treibstoffs, der beim Befüllen nicht selten daneben geht. Darüber hinaus rücken gesundheitliche Aspekte in den Fokus, etwa die geringere Lärmbelastung und reduzierte Vibrationen. Insbesondere die bei benzinbetriebenen Maschinen auftretenden starken Vibrationen können bei häufiger Nutzung zu Durchblutungsstörungen sowie zu Knochen-, Gelenk- und Nervenschäden bis hin zu Taubheitsgefühlen führen. Akkubetriebene Pflegegeräte senken durch ihre deutlich geringere Vibrationsbelastung das Risiko solcher gesundheitlichen Beeinträchtigungen erheblich. Des Weiteren ist die Wirtschaftlichkeit zu betrachten. Zwar liegen die Anschaffungskosten akkubetriebener Geräte auf den ersten Blick höher, da neben dem Gerät selbst auch Akkus und Ladegeräte erforderlich sind. Berücksichtigt man jedoch den gesamten Lebenszyklus der Geräte, ergibt sich ein anderes Bild. Da Wartungs- und Betriebskosten bei Elektrogeräten nahezu vollständig entfallen, relativieren sich die höheren Anfangsinvestitionen und führen insgesamt zu einer ausgeglichenen Kostenbilanz.

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Neben den höheren Anschaffungskosten gibt es einen weiteren zentralen nachteiligen Aspekt, der berücksichtigt werden muss. So sind bei Arbeiten mit extrem hohen Leistungsanforderungen und im Dauereinsatz Elektrogeräte den Benzingeräten weiterhin unterlegen, da die Akkus bei starker Beanspruchung einen hohen Stromverbrauch aufweisen, sich vergleichsweise schnell entladen und häufiger gewechselt werden müssen.

Aufgrund der im Dauereinsatz noch eingeschränkten Leistungsfähigkeit von Elektrogeräten hatte ich mich mit meinem Betrieb lange gegen deren Nutzung entschieden, sodass bislang keine Akkugeräte im Betrieb vorhanden waren. Anfang 2025 trat die Firma Kress über den Verlag an uns heran und bot an, uns alle Grünanlagenpflegegeräte für eine Saison zum Testen zur Verfügung zu stellen. So erhielten wir als Betrieb mit einer klaren Anti-Akku-Einstellung die Möglichkeit, uns selbst von den Vorteilen der Geräte zu überzeugen.

Bereits nach kurzer Zeit fielen uns erste Vor- und Nachteile auf. Die Vorteile für uns lagen vor allem in der deutlich geringeren körperlichen und damit gesundheitlichen Belastung der Mitarbeiter. Dazu trugen ergonomisch gut gestaltete Geräte bei, die angenehm in der Hand liegen, sich leicht bedienen lassen und ermüdungsfreies Arbeiten ermöglichen. Besonders ich selbst, der durch langjährige Nutzung von Benzingeräten mit starken Vibrationen unter Durchblutungsstörungen im Handgelenk litt, profitierte deutlich von den zuvor erwähnten reduzierten Vibrationen der Elektrogeräte. Dadurch ließ sich nicht nur länger am Stück arbeiten, sondern die Schmerzen traten deutlich seltener auf und fielen geringer aus.

Nachteile traten insbesondere dann auf, wenn die Maschinen über längere Zeit extremen Leistungsanforderungen ausgesetzt waren, z. B. beim Mähen von feuchtem, hohem Gras oder beim Wegblasen großer Mengen nassen Laubs. Solche Einsätze erforderten grundsätzlich die höchste Leistungsstufe einer Gartenpflegemaschine, wie eines Rasenmähers oder eines Laubgebläses, wodurch die Akkus in relativ kurzer Zeit entladen waren. Die uns zur Verfügung gestellten Akkus mussten über ein handelsübliches Ladegerät aufgeladen werden, doch auf den meisten Baustellen gibt es keine frei zugänglichen Steckdosen. Diese Erfahrungen führten dazu, dass wir parallel Benzingeräte mitgeführt haben, um im Notfall darauf zurückgreifen zu können. Besonders bei kalten Temperaturen gegen null Grad Celsius fiel auf, dass sich die Einsatzzeit der akkubetriebenen Maschinen spürbar verkürzte, sodass auch hier ein Mitführen der benzinbetriebenen Geräte erforderlich war.

Für uns als Betrieb lässt sich nach einer einjährigen Testphase der Akkumaschinen festhalten, dass man sich angesichts der aufgeführten Einschränkungen leider nicht ohne Kompromisse auf akkubetriebene Geräte verlassen kann. Nichtsdestotrotz haben die von uns erlebten Vorteile zu einem Umdenken geführt. Besonders hervorzuheben sind die gesundheitlichen Aspekte, die uns einstimmig überzeugten. Wir werden daher weiterhin mit Akkugeräten arbeiten. Gleichzeitig würden wir beim Ladekonzept auf eine für uns effizientere Lösung umsteigen – das tragbare Kraftwerk KAC877E CyberSystem der Firma Kress. Dieser große, tragbare Akku wird über Nacht vollständig aufgeladen und kann tagsüber innerhalb weniger Minuten die Akkus aller Pflegegeräte aufladen. Auf diese Weise lassen sich Akkugeräte künftig selbst bei hohen Leistungsanforderungen über längere Zeiträume zuverlässig einsetzen.

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